Die 7 größ­ten Feh­ler von Unter­neh­men mit KI auf Social Media

Künst­li­che Intel­li­genz ver­än­dert das Social Media Mar­ke­ting gera­de grund­le­gend. Noch nie war es so ein­fach, in kur­zer Zeit Tex­te, Bil­der oder Vide­os zu erstel­len. Rich­tig ein­ge­setzt spart KI enorm viel Zeit, lie­fert neue Ideen und macht Con­tent-Pro­zes­se deut­lich effizienter.

Doch genau dar­in liegt auch die Gefahr. Vie­le Unter­neh­men ver­las­sen sich zu schnell auf die Tech­no­lo­gie und machen Feh­ler, die Reich­wei­te, Glaub­wür­dig­keit und Ver­trau­en kos­ten kön­nen. Nicht die KI ist das Pro­blem – son­dern die Art, wie sie ein­ge­setzt wird.

Damit Dir das nicht pas­siert, zei­ge ich Dir die sie­ben größ­ten Feh­ler, die Unter­neh­men mit KI auf Social Media machen – und wie Du sie von Anfang an vermeidest.

1. KI unge­prüft veröffentlichen

Jede KI hal­lu­zi­niert und will uns in jedem Fall eine Lösung prä­sen­tie­ren, auch wenn sie die­se nicht kennt. In die­sem Fall erfin­det sie ein­fach eine sym­pa­thi­sche, pas­sen­de Lösung. Wenn du für dein Unter­neh­men recher­chierst und Con­tent oder ande­re Inhal­te erstellst, musst du sicher sein, dass die­se auch fun­diert und rich­tig sind. Des­we­gen musst du jeden Vor­schlag von dei­ner KI über­prü­fen, sonst kommst du schnell in Teu­fels Küche.

Um schnel­ler und siche­rer zu belast­ba­ren Ergeb­nis­sen zu kom­men, kannst du dei­nen Prompts einen Stan­dard hin­zu­fü­gen, der unge­fähr so lau­ten: “Wenn du die Lösung nicht kennst, gib mir Bescheid, erstel­le auf kei­nen Fall eine erfun­de­ne Ant­wort.” Das mini­miert die Hal­lu­zi­na­tio­nen beträcht­lich. Aber Ach­tung, über­prü­fen musst du trotz­dem noch!

Die eiser­ne Regel: “Human in the Loop”

2. Die eige­ne Per­sön­lich­keit verlieren

Wenn du KI ein­fach nur vor­gibst: “Schrei­be einen Arti­kel zum The­ma KI im Social Media Mar­ke­ting” bekommst du viel­leicht einen guten Arti­kel, er ist aber aus­tausch­bar und mit dir als Quel­le hat er wenig bis nichts zu tun.

Du musst zuerst dei­nen per­sön­li­chen Schreib­stil defi­nie­ren. Erstel­le dazu einen Prompt. Bei mir hört sich das so an: “Schrei­be wie Joe Rankl. Ver­wen­de ein ver­bind­li­ches Du. Sprich Unter­neh­mer zwi­schen 45 und 65 Jah­ren an. For­mu­lie­re klar, direkt und sym­pa­thisch. Ver­mei­de Mar­ke­ting­flos­keln, künst­li­che Begeis­te­rung, Auf­zäh­lun­gen mit Emo­jis und typi­sche KI-Ein­stie­ge wie „In der heu­ti­gen Zeit“, „Hier sind drei Tipps“ oder „Lass uns einen Blick dar­auf wer­fen“. Schrei­be in voll­stän­di­gen Absät­zen. Nut­ze Bei­spie­le aus der Pra­xis und bezie­he klar Stel­lung.” Das ver­än­dert den KI-Schreib­stil schon deut­lich in dei­ne Richtung.

Suche noch 4 bis 5 Bei­spie­le von dir, wo du glaubst, dass ist genau dein Stil, Humor und Schreib­wei­se und las­se es von der KI ana­ly­sie­ren. Mach das vor jedem Post oder bes­ser spei­che­re es zum Bei­spiel in dei­nem per­so­na­li­sier­ten ChatGPT. Dort kannst du auch eine “NO GO” Lis­te von Aus­drü­cken hin­zu­fü­gen, die ChatGPT auf kei­nen Fall ver­wen­den darf.

Und zum Schluss packst du den Text und bear­bei­test ihn noch ein­mal per­sön­lich. Eine Dau­men­re­gel: Min­des­tens 20% des Tex­tes soll von dir geschrie­ben sein. (Ach­tung für alle Kri­ti­ker: das heißt nicht 80% kommt von KI, den im Prompt steckt auch schon eini­ges und wich­ti­ges an eige­ner Schöpfungskraft!)

o erkennt LinkedIn KI-Texte3. Mas­se statt Klas­se produzieren

Ein gro­ßer Feh­ler von Unter­neh­men von KI auf Social Media ist der Auto­pi­lot. Soge­nann­te Agents und Auto­ma­ti­sie­rung, die von der The­men­fin­dung bis zur text­li­chen und visu­el­len Aus­ar­bei­tung fast schon voll auto­ma­ti­siert Con­tent erstel­len. Sor­ry, da fällt die Authen­ti­zi­tät und Qua­li­tät ein­fach unter den Tisch. Aber selbst in klei­nen Fir­men, ohne Agen­ten nei­gen Con­tent Pro­du­cer dazu, immer mehr zu pro­du­zie­ren. Aber ein­fach pro­du­ziert ist nicht immer bes­ser und vie­le Inhal­te wir­ken gene­risch und austauschbar.

Bit­te den­ke dar­an: Qua­li­tät schlägt immer Quan­ti­tät. Schau genau hin, wie sich dei­ne Reich­wei­ten und Enga­ge­ment-Raten ent­wi­ckeln, wenn du auf Auto­pi­lot stellst. Mache dir die Mühe und ver­glei­che regel­mä­ßig mit “Handmade”-Qualitäts-Content. Dann bist du auf der siche­ren Seite.

Tat­säch­lich ist es heu­te schon so, dass vie­le Inhal­te schlicht gene­risch wir­ken. Lin­ke­dIn hat bereits reagiert und sei­nen Algo­rith­mus umge­stellt, um soge­nann­ten KI Slop aus­zu­sor­tie­ren. Mehr über die Situa­ti­on auf Lin­ke­dIn kannst du in mei­nem Arti­kel dazu nach­le­sen. Das Cheat-Sheet hän­ge ich dir auf alle Fäl­le hier schon mit dran.

4. KI-Bil­der ohne Rea­li­täts­check verwenden

Oh ja, KI Bil­der und auch Vide­os sind schon rich­tig gut und wer­den immer bes­ser. ABER sie sind noch nicht per­fekt. Vor­sicht ist immer gebo­ten. Ganz beson­ders, wenn der Prompt zum Bild nicht son­der­lich detail­liert ist.

Die sechs Fin­ger und den drit­ten Arm haben wir alle schon erlebt. Sie wer­den weni­ger, aber sie gibt es noch. Ach­te auf Per­spek­ti­ven, die manch­mal nicht mög­lich sind, Smart­phone-Bild­schir­me, die auf der Rück­sei­te eines Han­dys erschei­nen oder Blick­rich­tun­gen von Per­so­nen auf dem Bild, die ins Nir­wa­na gehen.

KI-Kennzeichnungspflicht für Social Media Content5. Recht­li­che Vor­ga­ben ignorieren

Der Arti­kel 50 des EU AI Act wird ab dem 2. August 2026 gül­tig und wir haben recht­li­che Vor­ga­ben, u. A. was die Kenn­zeich­nungs­pflicht von KI-Con­tent betrifft. Berei­te dich recht­zei­tig vor, erstel­le Stan­dards (am bes­ten in Abspra­che mit dei­ner Rechts­ab­tei­lung), dann kann nichts schief gehen. Als gro­be Ori­en­tie­rung habe ich dir auch hier ein Cheat-Sheet erstellt. Etwas mehr Hin­ter­grund dazu fin­dest du hier.

Ach­test du nicht auf die Kenn­zeich­nung, dro­hen nicht nur Abmah­nun­gen und Buß­gel­der, son­dern auch Reputationsverlust.

6. KI für mensch­li­che Kom­mu­ni­ka­ti­on einsetzen

Wenn der KI Chat­bot die Kun­den­an­fra­gen über­nimmt, stei­gen die Risi­ken expo­nen­ti­ell. Men­schen mer­ken recht schnell, wenn sie mit einer KI kom­mu­ni­zie­ren. Dort wo heu­te schon Ant­wort-Bots und Tele­fon­leit­sys­tem (drü­cke die 2, wenn…) kann KI einen ech­ten Mehr­wert bie­ten, denn dort wird die Qua­li­tät sogar ver­bes­sert. Geschieht bei gro­ßen Insti­tu­tio­nen, wo man heu­te oft kei­nen Men­schen mehr erwar­tet. Mir hat ein Goog­le KI Chat­bot ein Pro­blem bei Goog­le Ads gelöst. Schnell, kom­pe­tent und fehlerfrei.

Je klei­ner die Fir­ma oder je wich­ti­ger und stär­ker die Brand, des­to ver­werf­li­cher wird der KI-Chat. Zumin­dest in der heu­ti­gen Form. Hier fehlt Authen­ti­zi­tät und Repu­ta­ti­on geht verloren.

Mei­ne Dau­men­re­gel: Wo schon auto­ma­ti­siert geant­wor­tet wird, kann es mit KI nur bes­ser wer­den. Über­all anders darfst du mit einer Ver­schlech­te­rung des Gesamt­bil­des rechnen.

7. Stra­te­gie durch KI ersetzen

Stra­te­gie ist ein Herz­stück dei­nes Unter­neh­mens. Stra­te­gie muss sat­tel­fest sit­zen. Abge­stimmt mit allen wesent­li­chen Unter­neh­mens­tei­len. Ein Prompt “Erstel­le mir eine Social-Media-Stra­te­gie” kann nur in die Hosen gehen. Es geht nicht ohne Wis­sen zu Unter­neh­mens­zie­le, Wett­be­werb, Ziel­grup­pen­psy­cho­lo­gie, Ver­triebs­pro­zess, Positionierung.

Wenn du das alles fein säu­ber­lich zusam­men trägst, kannst du mit Unter­stüt­zung von KI in einen Stra­te­gie-Pro­zess gehen.

Feh­ler von Unter­neh­men mit KI auf Social Media

Die größ­te Gefahr von KI auf Social Media ist nicht die Tech­no­lo­gie. Der größ­te Feh­ler von Unter­neh­men mit KI auf Social Media, ist auf­hö­ren, selbst zu denken.

Vor­trä­ge

Wenn du mich zu dem The­ma live spre­chen und erle­ben willst, fin­dest du die Ter­mi­ne auf mei­ner Sei­te: Vorträge.

Semi­nar

Das pas­sen­de Semi­nar: KI im Social Media Marketing

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